Manfred Hoffmann und Joachim Finklenburg, Verhandlungsführer für die VKA.

Die VKA strebt einen Tarifabschluss an, der den besonderen Rahmenbedingungen und Spielräumen der kommunalen Krankenhäuser gerecht wird. Das heißt: die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte sollen weiterhin attraktiv bleiben und an der allgemeinen Tarifentwicklung teilnehmen. Aber: der Tarifabschluss muss für die Krankenhäuser finanzierbar sein. Die schwierige Finanzlage der Krankenhäuser setzt hier Grenzen.

Die Verhandlungsposition der VKA

Die Ärztegehälter sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Nach dem TV-Ärzte/VKA verdienen Ärzte zwischen 4.190 Euro (Einsteiger) und 8.730 Euro (Chefarzt-Stellvertreter) monatlich. Zusätzlich zu diesem reinen Tabellenentgelt erhalten die Ärztinnen und Ärzte durch Zuschläge, Bereitschaftsdienste und Wochenend- bzw. Nachtarbeit ein deutliches Plus von bis zu 25 Prozent zu ihrem monatlichen Tabellenentgelt.

Entsprechend ihrem besonderen und verantwortungsvollen Beruf beziehen die Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern aktuell bereits ein äußerst attraktives Gehalt. Im Vergleich zuanderen Berufsgruppen liegen sie weit an der Spitze.

Die Krankenhäuser können die Preise ihrer Leistungen nicht selbst entsprechend der tatsächlichen Kostenentwicklung anpassen. Der Gesetzgeber setzt mit der Grundlohnrate eine Obergrenze der Preissteigerungen fest. Darüber hinausgehende Mehrkosten müssten die Krankenhäuser durch Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen. Dies ist bei der finanziellen Situation der Krankenhäuser jedoch kaum mehr möglich. Das Jahr 2014 hat in etwa jedes dritte Krankenhaus (32 Prozent) mit einem Fehlbetrag abgeschlossen (Quelle: KrankenhausBarometer 2015). Ein Tarifabschluss muss sich daher innerhalb der Grenzen der Refinanzierung bewegen.

Die vom Marburger Bund geforderten 5,9 Prozent sprengen jeglichen Rahmen und sind mit einem Volumen von 320 Millionen Euro für die kommunalen Krankenhäuser nicht finanzierbar.

Allgemeine Informationen

Die VKA ist auch der tarifpolitische Dachverband der kommunalen Krankenhäuser. Als solche ist es ihre Aufgabe, die Arbeitsbedingungen für die rund 52.500 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern zu regeln. Grundlage hierfür ist der Tarifvertrag für die Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA), den die VKA mit dem Marburger Bund vereinbart hat. Der Tarifvertrag enthält u.a. allgemeine Vorschriften, Regelungen zur Arbeitszeit und zum Entgelt sowie zu Urlaub, Befristung und Kündigung.